AG Neue Musik am Leiniger-Gymnasium Grünstadt

gr____nstadt4Die AG Neue Musik am Leininger-Gymnasium in Grünstadt
besteht seit 1970 und ist damit die erste und dienstälteste Arbeitsgemeinschaft ihrer Art in Deutschland. Zu einer Zeit,
in der es zwischen Schule und musikalischer Avantgarde noch keinerlei praktischen Berührungspunkte gab, gingen von
ihrem Gründer und langjährigen Leiter Manfred Peters die entscheidenden Impulse für eine gänzlich neue Gattung
aus: Für eine „Neue Musik“ für Schülerinnen und Schüler,
die sich künstlerisch und pädagogisch auf der Höhe ihrer Zeit befindet.
Zahlreiche Stücke namhafter Komponisten, die heute als vielzitierte „Klassiker“ in diesem Bereich gelten, wurden durch Peters angeregt und von der Grünstädter AG uraufgeführt. Zu den Komponisten, die im Laufe der „Ära Peters“ Stücke für die AG geschrieben hatten, zählten unter anderem Antoine Beuger, Johannes Fritsch, Hans-Joachim Hespos, Peter Hoch, Michael Rumpf, Dieter Schnebel oder Mathias Spahlinger. Auf zahlreichen Konzertreisen und Musikfestivals – etwa bei den Bonner und Stuttgarter „Tagen der Neuen Musik“, der „Neuen Musik München“, der „Musik-Biennale Berlin“ oder der Frühjahrstagung des Instituts für Neue Musik – sorgte die AG für Aufsehen und ungeteilte Zustimmung in Fachkreisen, während sie bei ihren heimischen Konzerten in Grünstadt in der Anfangszeit nicht selten auch kontroverse Diskussionen und heftige Auseinandersetzung provozierte.
Wichtige Pionierarbeit leistete die Grünstädter AG auch für einen musikalischen Ost-West-Dialog, indem sie sich seit 1989 verstärkt für die Stücke ostdeutscher Komponisten wie Reiner Bredemeyer, Georg Katzer oder Jakob Ullmann einsetzte. 1992 arbeitete die AG mit Ernst Schwitters, dem Sohn Kurt Schwitters, im Rahmen einer SDR-Produktion an dessen Lautgedichten; im gleichen Jahr brachte die AG auf direkten Vorschlag John Cages dessen Stück Four²  zur europäischen Erstaufführung. Abgerundet wurde das rege Engagement der AG durch Unterrichtsfilme, mehrere CD-Produktionen (AIR MAUL I – III) und regelmäßige Rundfunkmitschnitte durch fast alle öffentlich-rechtlichen Sender der Bundesrepublik.

Seit 1996 wird die Leitung der AG durch Silke Egeler-Wittmann fortgeführt. Seither ist durch die Zusammenarbeit mit Komponisten wie Moritz Eggert, Markus Hechtle, Gerhard Stäbler, Erwin Stache und  Manos Tsangaris ein erneuter Schwerpunkt im Bereich des Musiktheaters und der Musikperformance gesetzt worden. In enger Zusammenarbeit mit dem Komponisten Bernhard König wurden zudem seit 1999 mehrere Projekte entwickelt, in denen verstärkt auch die fächerübergreifende Auseinandersetzung mit politischen Themen und der jüngeren deutschen Geschichte gesucht wurde – darunter die Plenarmusik für den Mainzer Landtag und das Schloss-Spektakel Hotel Bellevue für den Amtssitz des Bundespräsidenten.

Einer der Schwerpunkte in der AG-Arbeit, maßgeblich geprägt durch die Mainzer Choreographin Nancy Seitz-McIntyre, ist die experimentelle Musik-Tanz-Performance, bei der Tanz und vokale Improvisation eine enge Verbindung eingehen.

Als Projektpartner im Spektrum Villa Musica, der Initiative für Neue Musik in Rheinland-Pfalz, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen ihres Förderprojektes Netzwerk Neue Musik, konnte die AGNM zwischen 2008 und 2011 mehrere große Projekte realisieren, bei denen mehrere Kompositionen uraufgeführt wurden. Darunter das Orchesterprojekt face to face in Kooperation mit der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken/ Kaiserslautern. Im Herbst 2013 war die AG-NM mit der Uraufführung des Musiktheaterstückes FLOWERS OF CARNAGE von Annesley Black bei den Donaueschinger Musiktagen vertreten.

 

Mehr Informationen über die AG gibt es hier.

Das Projekt der AG Neue Musik am Leiniger-Gymnasium Grünstadt wird unterstützt durch die Landesstiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz

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